Ein Manifest
Wenn in Linz oder generell im österreichischen Untergrund die Bassboxen angeschmissen werden, horcht die Szene auf. Aber was Average und Kayo hier abliefern, zieht definitiv noch ganz andere Kreise. Mit ihrem gemeinschaftlichen Werk schicken die zwei Routine-Garanten ein starkes Lebenszeichen gen Himmel, das unmissverständlich klarstellt: Die Krone mag ins Wackeln geraten sein, aber aufgeben ist keine Option.
Hier wird nicht einfach nur Rap auf ein Schlagzeug gelegt, sondern handfeste Attitüde mit purem Handwerk verschmolzen. Schon beim Opener stellt sich dieses wohlige Gefühl ein, das man nur bekommt, wenn erfahrene Wortakrobaten genau wissen, wie ein Beat zu atmen hat. Die Produktion rollt staubig, druckvoll und dynamisch durch die Gehörgänge. Es knallt an den richtigen Stellen, während zeitgleich Raum für feingliedrige Zeilen gelassen wird.
Wenn Zynismus auf pure Agonie trifft und sich das Ganze mit einer unerschütterlichen Hustler-Mentalität kreuzt, dann weißt du, dass hier kein weichgespülter Radio-Rap serviert wird.