Wenn Zynismus auf pure Agonie trifft und sich das Ganze mit einer unerschütterlichen Hustler-Mentalität kreuzt, dann weißt du, dass hier kein weichgespülter Radio-Rap serviert wird. Jones und SterilOne haben mit Penelopes Arme ein Brett vorgelegt, das komplett ohne den künstlichen Social-Media-Hype auskommt, der die hiesige Hip-Hop-Landschaft sonst so oft verpestet. Wer hier nach glattgebügelten Algorithmus-Tracks sucht, wird bitter enttäuscht, und das ist verdammt noch mal auch gut so. Das Album atmet die rohe, ungefilterte Essenz des Untergrunds und bleibt genau deshalb absolut glaubwürdig.
Kategorie: Austria
Das ist wieder so ein Moment, in dem man merkt, dass der Wiener Untergrund einfach ein ganz eigenes Level an Coolness atmet. jōshy und Kamp haben mit „Ween Pt.2“ ein Ding rausgehauen, das sich anfühlt wie eine nächtliche Fahrt im 71er Richtung Zentralfriedhof, während der Regen gegen die Scheiben klatscht. Es ist diese rohe, ungefilterte Wiener Melancholie, verpackt in ein Soundgewand, das dich sofort packt.
Der Beat kommt extrem deep und laid-back um die Ecke, lässt den Protagonisten aber genau den Raum, den sie brauchen. jōshy übernimmt den Anfang und spuckt Lines, die so staubig und ehrlich sind, dass man die Wiener Luft förmlich schmecken kann. Da ist kein Platz für künstliches Bling-Bling, hier geht es um das echte Leben zwischen Gemeindebau, Beisl und den kleinen Fluchten aus dem Alltag. Seine Delivery ist wie immer entspannt, aber jede Silbe sitzt.
Weltklasse
24.09. kommt das Album.

Wenn MA21 das Schachbrett betritt, dann geht es hier nicht um ein freundschaftliches Mattsetzen im Park, sondern um die totale kognitive und physische Übernahme. Mit der EP Das Mysterium des Schachboxens liefert der Artist ein Konzept ab, das den Hybrid-Sport nicht nur als Metapher nutzt, sondern dessen DNA tief in die Soundästhetik einwebt. Es ist dieser seltene Moment im Deutschrap, in dem technischer Anspruch auf eine kompromisslose Atmosphäre trifft, ohne in leere Phrasendrescherei abzuwandern. Jeder Track wirkt wie eine perfekt kalkulierte Runde, in der präzise Denkarbeit von harten, klanglichen Wirkungstreffern abgelöst wird.
Wenn der EOS Cypher die Boxen flutet, dann weht ein Wind durch die österreichische Rap-Landschaft, der gleichermaßen nach Kellermuff, Straßenstaub und politischer Wachsamkeit riecht. Mit Queroland, Samplegott, Al Pone, DelaBlock, JerMc, SzumK und Sanno versammelt sich hier eine Truppe, die den Geist des Untergrunds nicht nur beschwört, sondern mit voller Wucht exekutiert. Es ist diese rohe Energie, die man heutzutage oft in glattgebügelten Produktionen vermisst und die hier in jeder Zeile spürbar wird.
05Wenn in der Musikwelt das Wort Senkrechtstart fällt, ist meistens eine gehörige Portion Skepsis angebracht, doch bei Joshua Pepe fühlt sich der aktuelle Wirbel erstaunlich organisch an. Der Wiener Newcomer hat mit „Engelsblick“ einen Track vorgelegt, der genau in die Schnittmenge aus digitalem Zeitgeist und echtem musikalischem Handwerk zielt. Während die halbe Industrie noch darüber rätselt, wie man Authentizität simuliert, spaziert Pepe im Fake-Pelz durch das verschneite Wien und lässt die Algorithmen für sich arbeiten, ohne dabei wie ein bloßes Produkt zu wirken.
Wenn der Freund von Fellowsoph Kardinal Kaos die Booth betritt, ist das kein gewöhnlicher Recording-Termin, sondern eher eine Operation am offenen Herzen der hiesigen Rap-Landschaft. Mit seinem neuen Langspieler Zahn Luc Picard liefert der Wiener Wortakrobat ein Werk ab, das so sperrig wie genial ist und sich konsequent jedem Mainstream-Diktat entzieht. Wer hier nach polierten Pop-Refrains oder austauschbaren Trap-Floskeln sucht, wird enttäuscht, denn Kaos pflegt einen Stil, der gleichermaßen von technischer Finesse und einem fast schon chirurgischen Zynismus geprägt ist.