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Kategorie: Download

Tokan, Morris feat. Upperclass – Unterwegs

…ihr wollt wissen, was bei uns so geht?!

Wenn die Jungs aus dem Untergrund das Flutlicht anknipsen, wird die Konkurrenz meistens ganz schnell ganz blass.

Tokan und Morris haben sich für ihr neuestes Ding keine Geringeren als den Beatschmied Upper Class an die Regler geholt, und was bei dieser Fusion namens Unterwegs herausgekommen ist, lässt sich am besten als pure, unfiltrierte Kopfnicker-Therapie beschreiben. Wer die bisherigen Releases der beiden MCs auf dem Schirm hatte, wusste natürlich schon vorher, dass hier keine seichte Radiopop-Kacke serviert wird, aber diese Kollaboration setzt dem Ganzen im wahrsten Sinne die Krone auf. Upper Class zimmert ein instrumentales Fundament hin, das so staubig und gleichzeitig elegant durch die Boxen drückt, dass man sofort das Verlangen spürt, sich nachts ziellos in die Bahn zu setzen und einfach den Lichtern der Stadt nachzujagen. read more

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MA 21 – Das Mysterium des Schachboxens

Wenn MA21 das Schachbrett betritt, dann geht es hier nicht um ein freundschaftliches Mattsetzen im Park, sondern um die totale kognitive und physische Übernahme. Mit der EP Das Mysterium des Schachboxens liefert der Artist ein Konzept ab, das den Hybrid-Sport nicht nur als Metapher nutzt, sondern dessen DNA tief in die Soundästhetik einwebt. Es ist dieser seltene Moment im Deutschrap, in dem technischer Anspruch auf eine kompromisslose Atmosphäre trifft, ohne in leere Phrasendrescherei abzuwandern. Jeder Track wirkt wie eine perfekt kalkulierte Runde, in der präzise Denkarbeit von harten, klanglichen Wirkungstreffern abgelöst wird. read more

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Vato – Terz.


Wenn Vato die Nadel auf das Fleisch der Gegenwart setzt, dann passiert mit TERZ. genau das, was wir im grauen Einheitsbrei der Playlist-Kultur so schmerzlich vermissen. Es ist dieses seltene Phänomen von einem Album, das dich nicht anbrüllt, um deine Aufmerksamkeit zu buhlen, sondern sich einfach lässig an die Bar lehnt und wartet, bis du von selbst rüberkommst. Man merkt schon nach den ersten Takten, dass hier jemand am Mischpult saß, der den Rhythmus nicht nur versteht, sondern ihn vermutlich zum Frühstück verspeist. Die Beats rollen mit einer Selbstverständlichkeit durch den Raum, die so manchen Genre-Kollegen vor Neid erblassen lassen dürfte. read more

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Joshua Pepe – Engelsblick

05Wenn in der Musikwelt das Wort Senkrechtstart fällt, ist meistens eine gehörige Portion Skepsis angebracht, doch bei Joshua Pepe fühlt sich der aktuelle Wirbel erstaunlich organisch an. Der Wiener Newcomer hat mit „Engelsblick“ einen Track vorgelegt, der genau in die Schnittmenge aus digitalem Zeitgeist und echtem musikalischem Handwerk zielt. Während die halbe Industrie noch darüber rätselt, wie man Authentizität simuliert, spaziert Pepe im Fake-Pelz durch das verschneite Wien und lässt die Algorithmen für sich arbeiten, ohne dabei wie ein bloßes Produkt zu wirken. read more

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Kardinal Kaos – Zahn Luc Picard

Wenn der Freund von Fellowsoph Kardinal Kaos die Booth betritt, ist das kein gewöhnlicher Recording-Termin, sondern eher eine Operation am offenen Herzen der hiesigen Rap-Landschaft. Mit seinem neuen Langspieler Zahn Luc Picard liefert der Wiener Wortakrobat ein Werk ab, das so sperrig wie genial ist und sich konsequent jedem Mainstream-Diktat entzieht. Wer hier nach polierten Pop-Refrains oder austauschbaren Trap-Floskeln sucht, wird enttäuscht, denn Kaos pflegt einen Stil, der gleichermaßen von technischer Finesse und einem fast schon chirurgischen Zynismus geprägt ist. read more

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Fellowsoph und Edi Flaneur – Funk und Fernsehen

Es gibt Momente, da fragst du dich ernsthaft, ob die Akteure zu viel Zeit im Studio oder einfach nur zu viel Zeit vor der Röhre verbracht haben. Bei Fellowsoph und Edi Flaneur ist die Antwort ein klares Ja zu beidem. Mit ihrer Funk und Fernsehen LP liefern die beiden Wiener Originale ein Stück Arthouse-Rap ab, das sich irgendwo zwischen einer durchzechten Nacht im Beisl und einem Fieberraum-Marathon durch das Nachmittagsprogramm der Neunziger bewegt. Während andere Rapper versuchen, den nächsten Algorithmus-Hit zu landen, verlieren sich Fellow und Edi lieber in den Tiefen der Mattscheibe und kommen mit einem Sound zurück, der so staubig und doch so lebendig ist, dass man den Geruch von altem Polster und erhitzter Elektronik förmlich riechen kann. read more

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Mo Cess & Chrisfader – Neie Ufer

Vergesst alles, was ihr über polierte Radio-Produktionen wisst, denn wenn Mo Cess und Chrisfader die Regler übernehmen, geht es nicht um Reichweite, sondern um Resonanz. Mit ihrem neuen Album „Neie Ufer“ liefern die beiden ein Werk ab, das sich wie eine offene Wunde anfühlt, die gerade beginnt zu heilen.

Es ist die konsequente Fortführung dessen, was mit „Klåmm“ begann, aber mit einer Reife und einer klanglichen Tiefe, die man in dieser Form selten findet. Hier wird nicht einfach nur gerappt, hier wird eine Übergangsphase zwischen zwei Lebensabschnitten seziert, die jeden von uns irgendwann packt. Es geht um die harten Brocken: Das Älterwerden, die Reue über verpasste Chancen und diesen brennenden Wunsch, sich endlich zu bessern, während man gleichzeitig den Mut für den Sprung ins Ungewisse sucht. read more

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