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jōshy feat. Kamp – WEEN Pt. 2

Das ist wieder so ein Moment, in dem man merkt, dass der Wiener Untergrund einfach ein ganz eigenes Level an Coolness atmet. jōshy und Kamp haben mit „Ween Pt.2“ ein Ding rausgehauen, das sich anfühlt wie eine nächtliche Fahrt im 71er Richtung Zentralfriedhof, während der Regen gegen die Scheiben klatscht. Es ist diese rohe, ungefilterte Wiener Melancholie, verpackt in ein Soundgewand, das dich sofort packt.

Der Beat kommt extrem deep und laid-back um die Ecke, lässt den Protagonisten aber genau den Raum, den sie brauchen. jōshy übernimmt den Anfang und spuckt Lines, die so staubig und ehrlich sind, dass man die Wiener Luft förmlich schmecken kann. Da ist kein Platz für künstliches Bling-Bling, hier geht es um das echte Leben zwischen Gemeindebau, Beisl und den kleinen Fluchten aus dem Alltag. Seine Delivery ist wie immer entspannt, aber jede Silbe sitzt.

Und dann kommt Kamp. Der Urgestein-Faktor kickt rein und man erinnert sich sofort wieder daran, warum dieser Mann eine lebende Legende ist. Seine Reime fließen so unangestrengt, als würde er einfach nur beim Melange-Kaffee sitzen und aus dem Nähkästchen plaudern. Die Referenzen an die Stadt, das ewige Raunzen und die Lebensart sind so präzise gesetzt, dass jeder, der jemals einen Fuß nach Wien gesetzt hat, sofort nickt.

„Ween Pt.2“ ist kein Track für die Großraumdisko, sondern für die späten Stunden, wenn die Stadt zur Ruhe kommt. Ein verdammt starkes Stück Rap-Kunst, das zeigt, dass Qualität und Authentizität im deutschsprachigen Raum eben doch noch ganz oben stehen können.

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