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Vato – Terz.


Wenn Vato die Nadel auf das Fleisch der Gegenwart setzt, dann passiert mit TERZ. genau das, was wir im grauen Einheitsbrei der Playlist-Kultur so schmerzlich vermissen. Es ist dieses seltene Phänomen von einem Album, das dich nicht anbrüllt, um deine Aufmerksamkeit zu buhlen, sondern sich einfach lässig an die Bar lehnt und wartet, bis du von selbst rüberkommst. Man merkt schon nach den ersten Takten, dass hier jemand am Mischpult saß, der den Rhythmus nicht nur versteht, sondern ihn vermutlich zum Frühstück verspeist. Die Beats rollen mit einer Selbstverständlichkeit durch den Raum, die so manchen Genre-Kollegen vor Neid erblassen lassen dürfte.

Es ist diese spezielle Mischung aus urbaner Melancholie und einem verdammt staubigen Groove, die TERZ. zu einem echten Erlebnis macht. Vato jongliert mit Klangfarben, als wären es brennende Fackeln, nur dass er sich dabei nicht die Finger verbrennt, sondern uns ein akustisches Feuerwerk liefert, das angenehm im Hinterkopf nachglüht. Jeder Übergang sitzt wie ein maßgeschneiderter Anzug, keine Note wirkt verschwendet oder deplatziert. Es ist Musik für die Momente, in denen die Welt draußen kurz mal die Klappe halten soll, damit man sich ganz tief in diese warmen Basswellen fallen lassen kann.

Wer hier nach stumpfem Standard sucht, wird enttäuscht, denn die Platte hat Ecken und Kanten an genau den richtigen Stellen. Vato beweist Mut zur Lücke und zur Pause, was in Zeiten von maximaler Reizüberflutung fast schon wie eine Rebellion wirkt. Das Album atmet, es lebt und es fordert dich heraus, mal wieder richtig hinzuhören statt nur zu konsumieren. Am Ende bleibt man mit diesem wohligen Kribbeln zurück, das nur wirklich gute Kunst auslöst, und drückt fast schon reflexartig wieder auf Anfang. Ein absoluter Pflichttermin für die Ohren.

Vatos Album TERZ. ist eine meisterhafte Lektion in Sachen Groove und Atmosphäre, die jeden Musikliebhaber sofort in den Bann zieht.

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