
Stell dir vor du stehst auf einer dieser glanzvollen Partys wo das Sektglas in der Hand schwerer wiegt als die Gespräche und überall diese Typen mit den perfekt sitzenden Sakkos und dem einstudierten Lächeln herumstehen.
Du triffst diesen einen Kerl der dir mit einer fast schon beängstigenden Selbstsicherheit erklärt warum er so völlig anders als der Rest dieser versnobten Gesellschaft sei während er gleichzeitig an seiner teuren Uhr nestelt.
Rosa Roth hat für genau diese Momente der vermeintlichen Exklusivität den perfekten Soundtrack geschrieben und entlarvt mit einer herrlich süffisanten Leichtigkeit dass unter der maßgeschneiderten Fassade doch nur derselbe fade Charakter steckt. Es ist fast so als würde sie uns an der Bar einen Drink reichen und uns mit einem vielsagenden Augenzwinkern beobachten wie wir langsam hinter die Kulissen dieses gut inszenierten Schauspiels blicken.
Die Musik wiegt dich erst in einer trügerischen Sicherheit bis du merkst dass Rosas Stimme eigentlich ein Alarmzeichen setzt das uns vor diesen Kopien im Designeroutfit warnt. Man spürt förmlich wie sie uns ganz dicht ans Ohr rückt um uns den einzig vernünftigen Rat zu flüstern bevor wir uns in den Fangarmen dieser Snob-Attitüde verheddern.
Es ist diese wunderbare Ironie in ihrem Gesang die uns klarmacht dass Anderssein nicht bedeutet das lauteste Etikett zu tragen sondern schlichtweg echt zu sein. Wenn Rosa Roth dann zum entscheidenden Lauf Lauf Lauf ansetzt fühlt sich das an wie der Moment in dem man die High Heels von den Füßen schleudert und die protzige Villa endlich im Rückspiegel verschwinden sieht.
Nichtsdestotrotz laufen wir nicht weg, sondern warten warten geduldig auf „Checkst Du“, weil wir wissen, da kommt noch mehr!