Vom Battle-Monstrum zur Stimme des gepflegten Weltschmerzes
Wer die deutsche Rap-Landschaft der letzten zehn Jahre verfolgt hat, kam an einem Namen nicht vorbei: Duzoe. Late to the Party…. (Wir wissen das!) Doch wer den Hamburger nur in der Schublade „VBT-Legende“ oder „Punchline-Maschine“ abstempelt, verpasst eine der spannendsten künstlerischen Transformationen unserer Zeit.
Die Aufmerksamkeit hier erlangte er mit seinem Track „Blue“ gemeinsam mit Haiyti. Da haben wir dann doch mal genauer hingehört. Der Song ist wie eine nächtliche Fahrt durch einen verregneten Hamburger Tunnel – kalt, ästhetisch und verdammt ehrlich. Die Kombination aus Duzoes rauer, fast verzweifelter Energie und Haiytis unverkennbarem Vibe zeigt perfekt, wo Duzoe heute steht: Mitten im Cloud-Rap, aber mit einer ordentlichen Portion Punk-Attitüde im Blut.
Viele kennen ihn noch aus den Zeiten von ENKR oder ODMGDIA, wo er mit technischer Brillanz und Aggressivität alles kurz und klein rappte. Doch Duzoe hat das Kunststück vollbracht, diese Energie zu kanalisieren. Mit seinem Album „Watch Me Burn“ hat er sich künstlerisch nackt ausgezogen. Er rappt über Depressionen, Selbstzweifel und den täglichen Struggle mit der eigenen Psyche – und zwar ohne die im Deutschrap oft übliche Kitsch-Glasur.
Durch seine kompromisslose Authentizität, die den Schmerz in jeder Silbe spürbar macht, und eine düstere, experimentelle Sound-Ästhetik, die klassische Rap-Strukturen für echte Emotionen aufbricht, beweist Duzoe eine beeindruckende künstlerische Entwicklung ohne seine Battle-Rap-Wurzeln zu verraten, was ihn zum unverzichtbaren Anti-Helden macht, der zeigt, dass ‚Blue‘ kein bloßer Farbton, sondern ein verdammt guter Zustand für modernen Deutschrap ist.