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6 Suchergebnisse für "fellowsoph"

Fellowsoph und Edi Flaneur – Funk und Fernsehen

Es gibt Momente, da fragst du dich ernsthaft, ob die Akteure zu viel Zeit im Studio oder einfach nur zu viel Zeit vor der Röhre verbracht haben. Bei Fellowsoph und Edi Flaneur ist die Antwort ein klares Ja zu beidem. Mit ihrer Funk und Fernsehen LP liefern die beiden Wiener Originale ein Stück Arthouse-Rap ab, das sich irgendwo zwischen einer durchzechten Nacht im Beisl und einem Fieberraum-Marathon durch das Nachmittagsprogramm der Neunziger bewegt. Während andere Rapper versuchen, den nächsten Algorithmus-Hit zu landen, verlieren sich Fellow und Edi lieber in den Tiefen der Mattscheibe und kommen mit einem Sound zurück, der so staubig und doch so lebendig ist, dass man den Geruch von altem Polster und erhitzter Elektronik förmlich riechen kann. read more

Ein Kommentar

Fellowsoph – Ausblick

bißchen Gras und Ritter Sport

Wieder ein „Heiße Luft“ Release. Heute darf ich Fellowsoph vorstellen. Das Gesamtpaket ist sehr fresh, was nicht nur an den illustren Featuregästen liegt. Ich hör‘ das gerne in meiner Freizeit. Ein Videoquickey gibts auch:

Voll gach. Check das auf jeden Fall aus. Ich habe nachgesehen. Die Vinylproduktion läuft schon… dauert noch bisschen, dann gibts auch das noch.
Ausblick EP by FellowsophAch, und wenn Du in Wien zugegen bist, besuche Fellowsoph auf Facebook. Dort habe ich gesehen, dass er jetzt dann öfters live zu sehen ist. Ein Traum.

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Kardinal Kaos – Zahn Luc Picard

Wenn der Freund von Fellowsoph Kardinal Kaos die Booth betritt, ist das kein gewöhnlicher Recording-Termin, sondern eher eine Operation am offenen Herzen der hiesigen Rap-Landschaft. Mit seinem neuen Langspieler Zahn Luc Picard liefert der Wiener Wortakrobat ein Werk ab, das so sperrig wie genial ist und sich konsequent jedem Mainstream-Diktat entzieht. Wer hier nach polierten Pop-Refrains oder austauschbaren Trap-Floskeln sucht, wird enttäuscht, denn Kaos pflegt einen Stil, der gleichermaßen von technischer Finesse und einem fast schon chirurgischen Zynismus geprägt ist.

Die Produktionen auf dem Album bilden das perfekte Fundament für diese verbalen Exkursionen. Es knistert im Gebälk, während die Beats zwischen staubigem Boom-Bap-Dreck und futuristischen Sound-Experimenten pendeln, was dem Titelhelden – einer charmanten Wortspiel-Fusion aus dentaler Pein und intergalaktischer Führungsqualität – mehr als gerecht wird. Es ist diese spezielle Honigdachs-Attitüde, die hier aus jeder Pore trieft: kompromisslos, eigenwillig und technisch auf einem Niveau, das viele Kollegen vor Neid erblassen lässt.

Besonders beeindruckend ist die Dichte der Texte, die beim ersten Durchlauf kaum vollständig zu erfassen sind. Kardinal Kaos jongliert mit Metaphern, die man erst einmal sacken lassen muss, und verpackt gesellschaftliche Beobachtungen in Punchlines, die wie ein unerwarteter Besuch beim Kieferchirurgen treffen. Zahn Luc Picard ist kein Album für die Hintergrundbeschallung beim Kochen, sondern eine Platte, die Aufmerksamkeit erzwingt und den Hörer dazu einlädt, sich in den verschachtelten Reimketten und der düsteren Atmosphäre zu verlieren.

Am Ende bleibt das Gefühl, dass hier jemand genau die Musik macht, die er selbst hören will, ohne nach links oder rechts zu schielen. Das Album ist ein Manifest für alle, die Rap noch als Handwerk und lyrische Herausforderung begreifen. Kardinal Kaos festigt mit diesem Release seinen Status als einer der interessantesten Exegeten des Wiener Untergrunds und beweist, dass man auch im Jahr 2026 noch relevant sein kann, wenn man sich schlicht weigert, die ausgetretenen Pfade zu betreten.

Folge ihm auf Insta und an Deiner Stelle würde ich mir eh die Vinyl holen.

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GIS – Geräusche in Stereo

Stell dir vor, du sitzt in einem verrauchten Wiener Hinterzimmer, irgendwo zwischen Jazzkeller und Plattenladen, und plötzlich dröhnt dir eine Stimme entgegen: „Rapper brauchen Platz.“ So beginnt das Debütalbum von Geräusche in Stereo (GIS), das heute über unsere Freunde von Duzz Down San veröffentlicht wurde.

Geräusche in Stereo von GIS

GIS, ein sechsköpfiges Kollektiv aus Wien, liefert mit ihrem Erstlingswerk eine Hommage an den klassischen Hip-Hop, angereichert mit jazzigen Samples und präzisen Cuts. Die Tracks wurden in Wien-Brigittenau aufgenommen und von der Crew selbst produziert und gemixt .

Die Lyrics von Fellowsoph und seinen Mitstreitern sind durchdacht und reflektiert. Ob in „limoncelli“ mit Mo Cess oder „belanglos“ featuring Skip Szk – die Texte balancieren zwischen Gesellschaftskritik und Selbstironie.

Schau nach der Vinyl, da gibts nur 300 Stück, also sei schnell.

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